Die Feuerwehr Bassenheim - aus der Chronik

1924 - 1970 | 1970 - 1979 | 1980 - 1989 | 1990 - 1999 | 2000 - 2010

1924 - 1970

Im Februar 1924 fanden Sich nahezu 30 Bassenheimer Bürger zusammen, um aus der bestehenden damaligen Pflichtfeuerwehr eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Sicherlich wurde damals eine Gründungsurkunde erstellt, leider liegt diese jedoch nicht vor und auch in den Annalen der Ortsgemeinde Bassenheim sind keine weiteren Informationen zu erhalten. Jedoch gibt es hier ein Bild mit den Gründungsmitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr aus dem Jahre 1924:

Mannschaft 1924

Leider fehlen gerade aus der Anfangszeit der Freiwilligen Feuerwehr Bassenheim fast alle Aufzeichnungen und Informationen . So ist bis in das Jahr 1957 leider nicht nachzuvollziehen, wer in der Wehr bis dahin als Wehrführer fungierte. Zudem fehlen auch Aufzeichnungen über Einsätze, Übungen und Protokolle aus Versammlungen der Wehr.

Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler im Januar 1933 begann auch für die Bassenheimer Wehr eine Zeit des Umbruchs und der Umstrukturierung. Durch das "Gesetz über das Feuerlöschwesen" von 1933 wurden die Feuerwehren zum Teil der staatlichen Verwaltung, zu einer "Körperschaft des öffentlichen Rechts". Über das Schicksal der Wehr in den Kriegsjahren ist leider nichts weiteres bekannt, da es auch hier keinerlei Aufzeichnungen aus dieser Zeit gibt. Es wird jedoch berichtet, das durch Einberufungen aus den Reihen unserer Mitglieder der Mitgliederbestand auf ein Mindestmaß reduziert war. Durch Dienstverpflichtungen wurden erst ältere Männer und schließlich nach weiteren Einberufungen die Hitlerjugend zum Löschdienst herangezogen.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges und dem Zusammenbruch des Dritten Reiches gab es offiziell keine Bassenheimer Wehr. Aber auch in dieser Übergangszeit leisteten die damaligen Kameraden bei Feuer und Gefahr jederzeit Hilfe, und das, obwohl einige ihrer Kameraden im Krieg gefallen waren oder sich noch in Gefangenschaft befanden und sogut wie keine Ausrüstung zur Verfügung stand.

Wer die Wehr aus den Wirren des Krieges in die Zeit der Gründung der Bundesrepublik vor 50 Jahren führte ist uns nicht bekannt. Über die weiteren Jahre bis gegen Ende der der 60er Jahre liegen keine Aufzeichnungen vor, weder bei der Wehr noch bei der Gemeinde. Auch der rührige Heimatverein kann uns über die Geschicke und Wandlungen der Feuerwehr durch irgendwelche Dokumente oder gefundene Aufzeichnungen nichts mitteilen. Nach mündlichen Überlieferungen waren in diesen Jahren die Kameraden Paduch, Luxemburger und Anheier die jeweiligen Wehrführer, Ab 1957 wurde dann Kamerad Heinz Reuß als Wehrführer schriftlich genannt. Das folgende Bild zeigt die Kameraden der Feuerwehr Bassenheim von 1953 (H. Ost, C. Bengel, H. Boos, F. Paduch, P. Baulig, unbekannt, W. Anheier, unbekannt, H. Müller, H. Paduch, A. Luxemburger, G. Braunschädel).

Mannschaft 1974

Die ersten schriftlich niedergelegten Protokolle datieren aus dem Jahre 1969. Die Wehr verfügte Anfang 1969 noch über einen sog. TSA (Tragkraftspritzenanhänger). Im Laufe des Jahres wurde es dann war, wir konnten einen TSF in Ulm bei der Herstellerfirma abholen. Das war ein großer Fortschritt im Löschwesen für Bassenheim. Übriges das TSF war noch bis zum Jahre 2000 im Dienst (Ersatz wurde dann das TSF aus Kettig). Der erste größere Einsatz war ein Panzerbrand, der das Fahrzeug und die Wehr vor eine größere Belastung stellt. Gute alte Erfahrung und eine neues Fahrzeug sind immer eine Motivation und Herausforderung, welche in diesem Falle hervorragend gelöst wurde. Weitere Einsätze wurden in diesem und in den nächsten Jahren mit vollem Erfolg gefahren. Zu dieser Zeit führte Heinz Reuß die Wehr, er wurde bereits 1957 als Wehrführer genannt.

1970 - 1979

Aus den Jahren bis 1974 gab keine herausragenden Einsätze zu verzeichnen. Der Übungsbetrieb wurde verstärkt aufgenommen und weitere Kameraden haben sich für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr gemeldet. Auf dem Bild von 1974 befinden sich die Kameraden Heinz Reuß, Volker Kreis, Willi Anheier, R. Reuß, H.-P. Reuß, Eduard Israel, Bernhard Lohner, Fred Müller, Harald Lohner, Horst Stahl und Rainer Krämer.

Mannschaft 1974

Im Juni 1974 feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr 50järiges Jubiläum. Dieses Fest sollte zum Großereignis für Bassenheim werden. Schon bei dem Festkommers konnten noch 6 Gründungsmitglieder (!) mit Auszeichnungen und Urkunden geehrt werden. Ein riesiger Festumzug und eine Großübung rundeten das Jubiläum ab. Die Jahre von 1974 bis 1979 waren geprägt von Schulungsabenden und von praktischen Übungen am neuen Gerät. Es wurden etwas über 20 Einsätze gefahren und verzeichnet. Ebenso 1979 wurde unser langjähriger Wehrführer Heinz Reuß (er war 22 Jahre lang Wehrführer) aus dem aktiven Dienst bei einer kleinen Feierstunde bei der VG Weißenthurm nach dem Ereichnen der Altersgrenze von 60 Jahren verabschiedet. Als neuer Wehrführer wurde von Bürgermeister Walter Weinbach Kamerad Willi Anheier verpflichtet.

Brand Gärtnerei

Ein Großbrand in der Gärtnerei war das Ereignis für die Wehr in 1979. Auf Grund der Erkenntnisse aus diesem Großbrand war es möglich, die Verbandsgemeinde Weißenthurm als Träger der Feuerwehren zur Anschaffung von 2 PA-Geräten (Pressluftatmern) zu bewegen.

1980 - 1989

Ab 1980 wird von der Wehr bei bestimmen Veranstaltungen eine Brandsicherheitswache gestellt, um auch den Schutz der Bürgerinnen und Bürger bei einer Veranstaltung sicher zu stellen. Um die Kameradschaft innerhalb der Wehren in der Verbandsgemeinde weiter zu stärken, wurde erstmals in Bassenheim ein Fußballturnier für Feuerwehr durchgeführt. Da dies ein voller erfolg war, gab es noch weitere Turniere in den Folgejahren, jeweils bei einer anderen Feuerwehr in der Verbandsgemeinde.

Aber auch Tätigkeiten, innerhalb der Ortsgemeinde wie z.B. Zugbegleitungen, Teilnahme am Weihnachtsbasars usw. stärken die Verbundenheit mit der Bevölkerung und auch innerhalb der Wehr.

Brand Schützenhalle

Ein Großbrand in der Schützenhalle 1984 schreckte in einer Oktobernacht ganz Bassenheim und die Feuerwehr auf. Trotz stundenlanger Bemühungen, auch mit anderen Löschzügen aus der Verbandsgemeinde, brannte die Schützenhalle bis auf die Grundmauern nieder.

Nachdem Wehrführer Willi Anheier im Februar 1986 aus beruflichen Gründen sein Amt zur Verfügung gestellt hat, wurde Fred Zinsmeister zum neuen Wehrführer ernannt. Nach Gesprächen mit der Verbandsgemeinde, der Ortsgemeine und der Wehr wurde beschlossen, das alte Feuerwehrhaus umzubauen. Nach über 1000 Stunden Arbeitseinsatz bei dem Umbau durch die Kameraden in ihrer Freizeit war es dann möglich, die Wehr und ihre Gerätschaften richtig zu lagern udn auch Schulungen zu besseren Bedingungen durchzuführen. Auch die Sozialräume waren eine echte Bereicherung für die Wehr. Trotz diesem Umbau hatte die Wehrin diesem Jahr noch 14 Einsätze zu fahren, 12 Übungen durchgeführt und mehere Zugbegleitungen sowie Brandsicherheitswachen durchzuführen.

Im Jahre 1987 wurde dann das neue, umgebaute Feuerwehrgerätehaus durch die Übergabe des Schlüssels an Wehrführer Fred Zinsmeister durch Bürgermeister Walter Weinbach offiziell an die Wehr übergeben. Dieses Ereignis wurde mit der Bevölkerung und den anderen Gästen aus den Wehren der Verbandsgemeinde gebürend gefeiert. Das 65jährige Jubiläum 1989 in Verbindung mit dem Verbandsfeuerwehrfest war in diesem Jahr der Höhepunkt. Festkommers, Großübung und ein Umzug rundeten das Programm ab. Größere Probleme durch widrige Umstände (vereister Unterfluhrhydrant, gefrohrenes Löschwasser, PA-Einsatz auf engstem Raum, enge Bauweise usw.) bereiteten der Wehr ein Dachstuhlbrand im Anwesen der Gebr. Oster. Duch beherztes und richtiges Vordringen konnte ein Übergreifen auf andere Gebäude verhindert werden.

1990 - 1999

Bei der von der Ortsgemeinde erstellten Grillhütte galt es, einen Schwelbrand in der Dachhaut zu entfernen und kleinere weitere Einsätze zu bewältigen, als Bilanz von 1991. Im Juni des gleichen Jahres feierten wir die "Fahnenweihe". Unsere Wehr hatte nun endlich eine eigene Fahne.

Das Jahr 1992 war der Beginn einer Partnerschaft mit den Kameraden der Feuerwehr Stöttwang im Allgäu, welche wir auch gleich im selben Jahr mit einer größeren Abordnung gemeinsam mit unseren Frauen besucht haben. Der Großbrand auf dem Katscheker Hof im Mai war wieder eine Gelegenheit, das Können und die Einsatzbereitschaft aller Wehren aus der Verbandsgemeine zu demonstrieren.

Brand Schützenhalle

Durch Zahlreiche und auch großzügige Spenden konnten wir 1993 drei 2-Meter Handfunksprechgeräte anschaffen, welche die Kommunikation während eines Einsatzes erheblich verbessern. Bei dem Jahrhunderthochwasser im Dezember 1993 konnten wir erstmals Erfahrungen an der Wasserfront sammeln. Wir waren 3 Tage im Hochwassergebiet in der Verbandsgemeinde eingesetzt, um unseren Kameraden aus den betroffenen Wehren zu helfen und diese zu entlasten.

Ganz im Zeichen unseres 70järigen Bestehens stand das Jahr 1994. Das Protokoll verzeichnete einen spärlichen Besuch des Festkommers und ein Festredner prägte folgenden Satz: "Die Bassenheimer Bevölkerung kann beruhigt schlafen dank ihrer guten Feuerwehr, aber heute Abend schlafen einfach zu viele." Nach einer Großübung, gemeinsam mit den Kameraden aus der Wehr aus Mülheim, war das Fest doch gut gelungen. Im Herbst des selben Jahres besuchten uns zum erstenmal die Kameraden aus der Feuerwehr Stöttwang.

Die Gründung einer Jugendfeuerwehr konnte in 1995 verwirklicht werden. Somit hatten wir den Weg geebnet und konnten unseren Nachwuchs aus den eigenen Reihen aufbauen. Dies hat sich bis heute sehr gut bewährt. Es konnten mittlerweile 7 Kameraden in die aktive Wehr aus der Jugendabteilung übernommen werden, weitere 3 Kameraden aus der Jugendfeuerwehr befinden sich z.Z. im Probejahr. Ebenso hatten wir 1995 den Einstieg in das TLF-(Tanklöschfahrzeug) Zeitalte. Wir bekamen ein TLF 16/24, und nach entsprechender Aufrüstung ist dies ein ideales Fahrzeug für unsere Wehr. Die erste Bewährungsprobe erfolgte bei der Firma Schnuch bei einem Ölbrand in der Maschinenanlage.

Brand Schützenhalle

Als in den frühen Morgenstunden des Heiligen Abends Großalarm durch FME und Sirene gegeben wurde, stand die Grillhütte schon in hellen Flammen. Trotz Schnellangriff aus dem TLF und guter Wasserversorgung konnte ein Abbrennender Grillhütte nicht verhindert werden.

In den Jahren 1996 und 1997 gab es keine herausragenden Einsätze, als der Normalbetrieb einer Wehr. Ölspuren, technische Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen, Sturmschäden usw. Der Einsatzbereich der Freiwilligen Feuerwehr verlagert sich immer mehr auf die Seite der techn. Hilfeleistung. Dienst ist für uns der Anlaß, auch auf dieser Sparte des Feuerwehrwesens verstärkt auszubilden und zu üben. In diesen beiden Jahren hat fast jeder Kamerad an Ausbildungslehrgängen auf Kreisebene teilgenommen. Dies auch im hinblick auf die Ankündigung, dass die Freiwillige Feuerwehr in den nächsten Jahren Teilabschnitte der Bundesautobahn A61 und A48 zu ihrem Einsatzgebiet bekommen wird. Im Jahre 1998 und 1999 wurde verstärkt techn. Unfallhilfe in Schulungsabenden und in praktischen Übungen durchgenommen.

2000 - 2010

Im Februar 2000 wurde Fred Zinsmeister, nach erreichen der Altersgrenze von 60 Jahren, als Wehrführer verabschiedet. Ihm folgte als Wehrführer Jörg Bach.

Mannschaft 1924

Im Jahre 2001 wurde mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses begonnen. Im Jahr 2002 bereits, konnte die Freiwillig Feuerwehr in das neue Feuerwehrgerätehaus einziehen. Die Eröffungsfeier anlässlich dieses Ereignisses war ein voller Erfolg, welcher nicht zuletzt durch die riesige Unterstützung der Bevölkerung, zustande gekommen war!

Neue Aufgaben warfen Ihre Schatten voraus, und so begab es sich, dass im Jahr 2003 ein großes neues Fahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr beschafft wurde, bereits im Vorfeld wurde ein MTF-L (Mannschaftstransportfahrzeug mit Ladebordwand) beschafft, doch diese Fahrzeug übertraf alle Erwartungen. Für die Freiwillige Feuerwehr Bassenheim wurde ein Neues TLF (Tanklöschfahrzeug) beschafft. Das alte TLF welches die Feuerwehr im Jahr 1995 erhalten hatte, hat seinen Dienst mehr als gut getan und wurde dann durch dieses neue Fahrzeug ersetzt. Ebenfalls fand in diesem Jahr die Gründungsversammlung des Feuerwehrförderverein Bassenheim statt. Erster Vorsitzender wurde Gerd Dienhard. Der Förderverein soll der Feuerwehr auch außerhalb der etatmäßigen Beschaffungen durch die Verbandsgemeinde, die Beschaffung von Gerätschaften und Ausrüstung möglich machen.

Im späten Frühling 2003 sowie auch in 2004 wurde die Feuerwehr Bassenheim mehrmals durch Einsätzen wegen heftiger Unwetter gefordert, sonst wurden keine größeren Einsätze verzeichnet.

2005 feierte die Jugenfeuerwehr Bassenheim bereits Ihr 10järiges Bestehen, viele aktive Kameraden die im Jahr 1995 bei der Gründung der Jugendfeuerwehr beteiligt waren, sind seit dem in die aktive Feuerwehr übernommen worden und übernehmen hier auch bereits Führungsverantwortung als Gruppenführer oder Zugführer. Auch die Aufgaben der Feuerwehr Bassenheim wurden in diesem Jarh erweitert: Die Autobahnabschnitte der Bundesautobahnen A48 und A61, gehören ab dem Jahr 2005 offiziell zu den Aufgabenbereichen der Freiwillgen Feuerwehr Bassenheim. Schon in diesem ersten Jahr rückte die Feuerwehr zu einer vielzahl von PKW-Bränden und Verkehrsufällen aus.

Mit der Jahreshautpversammlung 2006 wechselte die Wehrführung und damit wurde auch die Führung der Feuerwehr Bassenheim starkt verjüngt. Der bisherige stellvertreter von Jörg Bach, Michael Röser übernahm die Wehrführung im Löschzug Bassenheim und wurde der bisher jüngste Wehrführer in der Geschichte der Feuerwehr Bassenheim. Insgesamt wurde die Feuerwehr in diesem Jahr zu 20 Einsätzen alarmiert. Am Morgen des 1. Weihnachtstages mußte die Feuerwehr zu einem Großbrand in der Neugasse ausrücken. Eine Scheune stand im Vollbrand im Einsatz waren hier die Feuerwehren aus Mülheim-Kärlich und Weißenthurm.

Mannschaft 1924

Einen Einsatzleitwagen kann die Feuerwehr Bassenheim seit 2008 zu Ihrem Fuhrpark hinzuzählen. Das Auto konnte von der Feuerwehr Mülheim-Kärlch übernommen werden und tut seit dem seinen Dienst im Löschzug Bassenheim. Seither kann der ELW für die schnelle Ersterkundung im Einsatzfall genutzt werden. Äußerst glipflich verlief im Sommer 2009 ein Dachstuhlbrand am Walpotplatz. Das Obergeschoß und der Dachstuhl eines Fachwerkhauses hatten Feuer gefangen, Gott sei dank waren die Kinder die sonst im Obergeschoß übernachten zum Zeitpunkt des Brandes in einer Ferienfreizeit, so das wir nur um Haaresbreite an einer Tragödie vorbeigegangen sind.

Mannschaft 1924